Er rastet und er ruht nicht, sich selbst zu preisen 

Donald Trump lässt Ballsäle bauen und will sein Foto in die Pässe der Amerikaner verordnen.Wirklich schlimm ist aber sein lächerliches Verhalten beim Krieg mit Iran. 

Natürlich ist dieser Mann stets in Eile. Und eines muss man Donald Trump lassen: Er rastet und er ruht nicht, mit seinen Ideen, sich selbst zu preisen und damit, sich selbst möglichst viele Denkmäler zu setzen. Seine jüngste Idee zu dem uneitlen Zwecke seinem Land Gutes zu tun: Bald könnten die Amerikaner auch in ihrem neuen Reisepass das Porträt Trumps vorfinden. Den Entwurf dazu hat Trump auf Truth Social gezeigt – man sieht ihn innen im Pass selbst, beide Fäuste auf seinen Schreibtisch gestützt. Dieser neue, in limitierter Auflage geplante Pass firmiert unter dem stolzen Label „Patriotenpass“. Unter das Bild vom Pass textete Trump auf Truth Social: „Willkommen, aber benehmt euch!“ Es ist nicht ganz klar, wen er damit meint, die sich benehmen sollen, denn die Passinhaber sind ja eigentlich Amerikaner und müssen nicht extra willkommen geheißen werden. Aber das ist bei Trump ja immer so.  Es sieht so aus, als habe er die Amerikaner mit seiner Spektakel-Show auf allen TV-Kanälen so weit begeistert, dass sie ihn weiter für einen irgendwie genialen Mann halten, sprich Dealmaker und so. Trump und seine Kabinettsmitglieder spucken vor der Kamera große Töne, haben aber keine Ahnung davon, wie globale Macht funktioniert. Nachdem er den Krieg gegen Iran aus einer Laune heraus begonnen hatte, kapitulierte er aus Eigennutz: Niedrigere Benzinpreise würden seine Bestrebungen fördern, für immer im Weißen Haus zu bleiben. Oder ist er in Eile, weil er sterblich ist?
Seine nur auf sein Gedenken ausgerichteten Bestrebungen könnten darauf schließen lassen. Trump will mit einem weiteren Projekt das Aussehen der US-Hauptstadt verändern. Am 1. September werden die Arbeiten für einen neuen Golfplatz mitten in der Stadt auf einer Halbinsel beginnen, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social ankündigte. Es soll „einer der besten Golfplätze“ der Welt werden. Kritiker von Trumps Architektur-Projekten, die sich in seiner zweiten Amtszeit häufen, sprechen von Geltungssucht: Der Abriss des Ostflügels des Weißen Hauses, um Platz für seinen Ballsaal zu schaffen; seinen Namen am Kennedy Center anzubringen; einen Bogen zu seinen eigenen Ehren zu errichten.

Was heißt das für den Fußball? Ganz einfach: Dieser Sport, der übrigens nicht von Gianni Infantino erfunden wurde, sondern dort nur verwaltet wird, ist mehr und mehr zu einem virtuellen Ereignis verkommen. Nicht das Live-Erlebnis zählt, nicht die Stadionluft, nicht die Mühen der Fans (auch in der Bundesliga) weite Strecken hinter sich zu bringen, sondern nur noch die Vermarktung und das erzwungene Abhängen normaler Fans vor der Glotze. Und dafür findet sich bestimmt noch ein Sponsor, der das passende Fast-Food-Gericht ausliefert. 

Donald Trumps Krieg gegen Iran, in den er sich er auf Drängen des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu hinein ziehen ließ, war sowohl ein strategisches als auch ein ethisches Desaster. Einen nicht einmal erklärten und illegalen Angriffskrieg zu führen, dabei auf das Völkerrecht zu pfeifen und unzählige Zivilisten zu töten, bringt keinen Sieg. Und Gefallen an solchen Taten zu finden, ist nicht nur einfältig. Es ist schlichtweg falsch. Von Anfang an hat der Krieg der USA und Israels gegen Iran Trumps Inkompetenz für alle sichtbar gemacht. Da kann er noch so viele Golf-Plätze oder Ballsäle bauen lassen. Denn dank Trump haben die USA weitreichende wirtschaftliche Not verursacht, gerade auch in Europa und der EU hat sich das ausgewirkt,  und – sehr zur Freude Chinas, Russlands und Irans – eine chaotischere internationale Ordnung geschaffen, die noch weniger an Recht und Regeln gebunden ist. Durch den Angriff auf Iran hat Trump am Ende sogar Mitgefühl für Folterer und Mörder dieses Regimes hervorgerufen. Durch seine Niederlage gegen Iran (also dem angeblichen Friedensabkommen) hat er dessen Macht im Nahen Osten gestärkt. Und was ist es anderes als eine  Kapitulation vor Iran, wenn er dessen Herrschern eine dauerhafte Einnahmequelle verschafft? Iran wird Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erheben, und die USA werden iranische Vermögenswerte in Höhe von 24 Milliarden Dollar freigeben sowie 300 Milliarden Dollar an Wiederaufbauhilfen zahlen.  Wow, was für ein Sieg! Iran am Bau einer Atomwaffe zu hindern, ist so weit weg wie nie zuvor.