Wohnraum bleibt gefragt

Immobilienmarkt in der Region stabil. Freiburg und Umland bleiben begehrte Wohnstandorte.

Bild: Stadt Freiburg

Der Immobilienmarkt im Raum Freiburg und im nördlichen Breisgau bleibt auch 2026 eines der prägenden Themen der Region. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten, steigender Baukosten und politischer Diskussionen zeigt sich der Markt weiterhin erstaunlich stabil. Besonders deutlich wird dies an der konstant hohen Nachfrage nach Wohnraum – sowohl in Freiburg selbst als auch im Umland. Viele Menschen zieht es weiterhin in die Region, sei es aufgrund der hohen Lebensqualität, der guten Infrastruktur, der wirtschaftlichen Stärke oder der attraktiven Lage zwischen Schwarzwald, Kaiserstuhl und Rheinebene.


Nach den turbulenten Jahren zwischen 2022 und 2024, die vor allem durch die Zinsentwicklung geprägt waren, hat sich die Situation inzwischen beruhigt. Die Finanzierungskosten sind wieder kalkulierbarer geworden, wodurch insbesondere Selbstnutzer verstärkt auf den Markt zurückkehren. Viele Kaufinteressenten, die ihre Entscheidung zuvor aufgeschoben hatten, beobachten nun wieder intensiver den Immobilienmarkt und nutzen die größere Auswahl an verfügbaren Objekten. Gleichzeitig bleibt das Angebot weiterhin knapp, insbesondere bei modernen und energetisch hochwertigen Immobilien.


Vor allem energieeffiziente Häuser und Wohnungen stehen weiterhin hoch im Kurs. Neubauten oder modernisierte Immobilien erzielen deutlich höhere Preise als ältere Objekte mit schlechter Energiebilanz. Käufer achten zunehmend auf Themen wie Heiztechnik, Dämmung, Betriebskosten und langfristige Werthaltigkeit. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass sanierungsbedürftige Immobilien für Käufer mit Eigeninitiative wieder interessanter werden. Wer bereit ist, Zeit und Investitionen in eine Immobilie zu stecken, kann insbesondere im Umland attraktive Chancen finden.


Die Preisentwicklung innerhalb der Region bleibt sehr unterschiedlich. Freiburg selbst zählt weiterhin zu den teuersten Wohnstandorten Süddeutschlands. Besonders gefragte Stadtteile wie Herdern, Wiehre, Vauban oder Günterstal erreichen Spitzenpreise von deutlich über 6.000 Euro pro Quadratmeter. Gleichzeitig gibt es in Randlagen oder kleineren Gemeinden des Umlands noch vergleichsweise moderate Preisniveaus. Orte entlang guter Bahn- und Verkehrsverbindungen profitieren dabei besonders von der anhaltenden Nachfrage. Gemeinden wie Kirchzarten, Gundelfingen, Denzlingen oder Waldkirch haben sich in den vergangenen Jahren zu eigenständigen, gefragten Wohnstandorten entwickelt.


Auffällig ist zudem, dass sich die Unterschiede zwischen Freiburg und vielen Umlandgemeinden zunehmend verringert haben. Die gute Verkehrsanbindung sowie veränderte Wohngewohnheiten sorgen dafür, dass auch größere Entfernungen für Pendler akzeptabel bleiben. Besonders Menschen, die aus größeren Städten nach Südbaden ziehen, empfinden Fahrzeiten von 30 Minuten oder mehr oft nicht als problematisch. Dadurch geraten auch Regionen wie das Elztal, der Kaiserstuhl oder Teile des Markgräflerlands verstärkt in den Fokus.
Der Neubau bleibt trotz politischer Initiativen weiterhin eine Herausforderung. Hohe Baukosten, langwierige Genehmigungsverfahren und steigende Anforderungen an Energieeffizienz erschweren viele Projekte. Zwar wird mit Programmen und Fördermaßnahmen versucht, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, doch die tatsächlichen Auswirkungen auf den Markt sind bislang begrenzt. Viele Experten gehen daher davon aus, dass Wohnraum in Freiburg und Umgebung auch in den kommenden Jahren knapp bleiben wird.


Langfristig sprechen jedoch viele Faktoren für die Stabilität des regionalen Immobilienmarktes. Die Bevölkerungsentwicklung im Großraum Freiburg bleibt positiv, die Nachfrage nach Wohnraum hoch und die Region wirtschaftlich attraktiv. Immobilien gelten daher weiterhin als vergleichsweise wertbeständige Investition – sowohl für Eigennutzer als auch für Kapitalanleger. Besonders in gefragten Lagen zeigt sich, dass hochwertige Immobilien auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten stabile Preise erzielen können.


Der Wohnmarktbericht 2026 der Sparkassen-Immobilien-GmbH zeigt damit insgesamt ein Bild eines weiterhin robusten, aber differenzierten Immobilienmarktes. Während extreme Preissteigerungen der vergangenen Boomjahre aktuell nicht mehr erreicht werden, bleibt die Region Freiburg ein gefragter und langfristig stabiler Wohn- und Investitionsstandort.