Sparen, der stille Protest

Ob beim Heizen oder der Warmwassernutzung – mit diesen Tipps können Sie Ihren Gasverbrauch ohne große Komforteinbußen senken.

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Die „1“ steht für etwa 12 Grad, die „2“ für ca. 16 Grad und die „3“ für 20 Grad Zieltemperatur. Foto: Iris, Stockadobe

Gas sparen bedeutet, den verbrecherischen Angriffskrieg Russlands nicht weiter zu finanzieren. Und es hilft dabei, die rapide eskalierende Klimakrise ein wenig aufzuhalten. Mindestens zehn Prozent des Erdgases, das in Privathaushalten bisher fast selbstverständlich benötigt wird, können mit einfachen Maßnahmen eingespart werden. Kleine Schritte können sich da schon zu relevanten Beträgen aufsummieren. Und in der Summe zu einem stillen Protest anwachsen gegen den Krieg, gegen den Klimawandel und gegen das verbreitete „Weiter-so“.

Überhitzen, gluckern und zustellen vermeiden:

Die Heizung ist der größte Energieverbraucher in der Privatwohnung: Sie macht ca. 70 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in der Wohnung aus. Mit diesen Maßnahmen können Sie den Energieverbrauch senken: 

Eine Senkung der Raumtemperatur um ein Grad kann – je nach baulichem Standard und den spezifischen Rahmenbedingungen – gut sechs Prozent Heizenergie einsparen. Temperaturen von max. 20 Grad in ständig genutzten Wohn- und Arbeitsräumen (dies entspricht der Einstellung 3 auf dem Thermostatregler) sowie 17 Grad in der Küche, im Flur und im Schlafzimmer reichen für viele Haushalte bereits als maximale Temperaturen. Halten Sie die Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen geschlossen. Wenn Sie das Thermostat auf die höchste Stufe stellen, wird die Heizung nicht schneller wärmer. Sie erreichen dabei nur, dass eine viel zu hohe Temperatur anvisiert wird. Die Einstellung «1» steht für etwa 12 Grad Temperatur, «2» bedeutet ca. 16 Grad und eine «3» steht für eine Zieltemperatur von ca. 20 Grad. Jede höhere Einstellung als 3 ist gleichbedeutend mit einer zu hohen Zieltemperatur!

Staut sich die Wärme, weil Heizkörper durch Möbelstücke verdeckt sind, die Vorhänge bis auf den Heizkörper reichen oder der Optik wegen mit einer Heizkörperverkleidung versehen sind, kann die Wärme nicht mehr so gut im Raum zirkulieren. Im Extremfall sorgen zugestellte Heizkörper für 30 Prozent Energieverlust.

Luft im Heizkörper verhindert die gleichmäßige Zirkulation des erhitzten Wassers, deswegen sollten Sie bei Luftgeräuschen (Gluckern) durch Öffnen des Ventils die überflüssige Luft ablassen. Eine regelmäßige Wartung des Heizungssystems hilft weiterhin, Energie bzw. Gas zu sparen. In vielen Altbauten mit weit verzweigten zirkulierenden Wärmeverteilsystemen liegen zudem systematische Einsparpotenziale versteckt. Bei einem sogenannten hydraulischen Abgleich werden die Systemelemente der Heizanlage von einer Fachkraft computergestützt optimiert und der Durchfluss so eingestellt, dass jeder Heizkörper die benötigte Temperatur erbringen kann.  

Waschlappen statt Warmduscher: In Deutschland liegt der Gesamtwasserverbrauch pro Kopf und Tag im Privathaushalt bei 125 Litern (gut 45 m³ pro Jahr), davon sind grob 50 Liter Warmwasser (knapp 18,5 m³ pro Jahr). Bei der finanziellen Kalkulation ist zu beachten, dass zu den Wasserkosten selbst auch noch Kosten für Abwasser und Erwärmung hinzukommen.

Wenn das Wasser z.B. mit Erdgas erhitzt wird, kostet ein Kubikmeter (1.000 Liter) Warmwasser schnell – je nach konkreter Warmwassererzeugung und Effizienz – grob 9 Kubikmeter Gas. Ein Warmwasserbedarf von knapp 18,5 m³ pro Kopf und Jahr bedeutet in einer halbwegs effizienten Gaserzeugung rasch über 165 m³ Erdgas (also über 1.650 kWh Wärme) pro Kopf allein für das Warmwasser. Achten Sie also darauf, wie Sie im Alltag (Warm-)Wasser verwenden: Für das Zähneputzen z.B. reicht allgemein kaltes und nur wenig Wasser. Ohne großen Komfortverlust ist i.d.R. ein täglicher Kaltwasserbedarf pro Kopf von 50 Liter und ein Warmwasserbedarf pro Person von 27,5 Litern erreichbar. Jede Reduzierung von Warmwasser spart in der Erdgas-Realität auch einen erheblichen Anteil an CO2 ein.

Halten Sie die Temperatur der Speicherwärme bei einem normalen Ein- und Zweifamilienhaus in der Regel bei 50 bis 55 Grad. Falls Sie Legionellen befürchten, schalten Sie zur Sicherheit einmal die Woche 15 Minuten auf etwas über 60 Grad. Legionellen sind vor allem in großen Gebäuden mit zentraler Wassererwärmung und langen Leitungen (z.B. in Krankenhäusern) ein Thema, eher weniger in Einfamilienhäusern. Umhüllen Sie offenliegende Warmwasserrohre mit einer Wärmedämmung. Dabei gilt die Faustregel: Dämmstoffdicke gleich Rohrdurchmesser.

Es gibt gute wassersparende Duschköpfe, die den Wasserverbrauch auf 7 Liter/Minute begrenzen, ohne die Duschqualität zu vermindern. Zudem gilt: Nicht zu warm duschen. 36 Grad Wassertemperatur beim Duschen sind schon viel. Ein Grad mehr kostet ca. 4 Prozent mehr Gas. 

Mehr Tipps und Anregungen bei der Energiespar-Kampagne der EWS, #WirSparenDas:
www.ews-schoenau.de/wirsparendas/