Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker, Thomas Müller, Mats Hummels, Chris Kramer führen weltmeisterlich durch die Endrunde der WM 2026. Von Michael Zäh
Okay, die deutsche Nationalmannschaft, also die Männer in kurzen Hosen und Stutzen, sind bereits raus geflogen, bevor die Fußball-WM wirklich spannend wird. Dennoch ist Deutschland weiter ganz vorne dabei, wenn nun die alles entscheidenden Spiele kommen. Denn unsere wahren Weltmeister stehen nun hinter den Mikrofonen und bieten dort ein buntes Bild aus Sachkenntnis, Emotionen, Witzeleien und auch Peinlichkeiten, je nach Sender in ganz verschiedenen Formaten. Vieles davon macht tatsächlich gute Laune!
Ganz vorne dabei sind hier die ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek im Zusammenspiel mit Bastian Schweinsteiger. Das beginnt schon mit der originellen Idee, die beiden Turteltauben, natürlich nur im übertragenen Sinn, vor und nach den Spielen so zu zeigen, dass hinter ihnen das jeweilige Stadion zu sehen ist, also quasi mit dem Rücken zum Geschehen (siehe Foto). Sie quatschen recht entspannt und „Basti“ baut immer mal wieder eine bewusste Anzüglichkeit ein, ohne dass dies allzu peinlich wird. Fragt Esther Sedlaczek nach einem Jubel, bei dem Kylian Mbappé auf seinen Nationaltrainer Didier Deschamps zu stürmt und diesen heftig umarmt: „Basti, wann hast du zuletzt einen so umarmt?“ Sagt Schweinsteiger: „Ich habe dich vorhin zuletzt umarmt.“ Sagt Sedlaczek: „Wann soll das gewesen sein?“ Es ist eine nette Show, aber dann halt auch angereichert mit den Kommentaren von Schweinsteiger zu den Fußballspielen. Er kommt ohne zu viel Fachsimpelei aus und wirkt überaus lässig. Er hat die Aura (sorry Manuel Neuer) des blutenden Mittelfeldstrategen und Champions 2014. Damals war er übrigens eher schweigsam, während er jetzt umso mehr von sich gibt.
Auch die Weltmeister im ZDF, Chris Kramer und Per Mertesacker machen eine gute Figur. Hier ist Kramer für die emotionale Ansprache und Mertesacker für einen Hauch von Zynismus (manche sagen auch: Realismus) zuständig. Weil die beiden Weltmeister von einem unfassbar seriösen Christian Streich begleitet werden, ist hier die Mischung spannend.
Eher im Bereich der unfreiwilligen Blödelei hat sich anfangs Thomas Müller bewegt. „Willst du von mir mehr Ausrufezeichen haben?“, fragte der Weltmeister von 2014 Moderatorin Laura Wontorra bei MagentaTV. Da begann sein Kollege Mats Hummels schon über beide Backen zu grinsen. „Ja, da waren wenige Ausrufezeichen dabei. Das war schwach. Ich gebe zu, das war einfach nur schwach, halbgar“, übte sich Müller kurz darauf in Selbstkritik. Er muss halt noch üben mit seinen 36 Jahren, wie der gescheiterte Bundestrainer Nagelsmann mit 38. „Häuptling graues Haar“ Basti ist da schon weiter!

