Wie wollen wir bestattet werden? Und welche Rolle spielen Friedhöfe heute noch im gesellschaftlichen Alltag? Fragen wie diese rücken zunehmend in den Fokus – nicht nur bei älteren Menschen oder Angehörigen, sondern auch bei Gemeinden und Friedhofsverwaltungen. Denn die Bestattungskultur befindet sich im Wandel: Immer mehr Menschen wünschen sich individuelle, naturnahe oder pflegefreie Grabformen – und auch das Verhältnis zur letzten Ruhestätte verändert sich.
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die Gemeinde March. Auf deren Friedhöfen in Buchheim, Hugstetten, Holzhausen und Neuershausen werden weiterhin klassische Grabarten für Erd- und Feuerbestattungen angeboten – doch das Spektrum ist heute deutlich breiter als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Zu den etablierten Grabarten gehören die Wahlgräber: Hier können sich Angehörige die Lage der Grabstelle aussuchen und mehrere Bestattungen (z. B. von Ehepartnern) sind auf einer Stelle möglich. Wahlgräber eignen sich sowohl für Sarg- als auch Urnenbestattungen und bieten Gestaltungsspielraum bei Grabstein und Bepflanzung.
Daneben stehen Reihengräber zur Verfügung. Sie werden – wie der Name sagt – der Reihe nach vergeben. Die genaue Lage kann nicht gewählt werden, eine Verlängerung der Ruhezeit ist nicht vorgesehen. Auch sie sind sowohl für Erd- als auch Feuerbestattungen möglich, gelten aber als etwas kostengünstigere Variante.
Viele Menschen möchten ihre Angehörigen nicht mit aufwändiger Grabpflege belasten – oder empfinden klassische Gräber als zu anonym oder kostenintensiv. Hier setzen moderne Grabformen an, wie sie etwa auf den städtischen Friedhöfen Freiburgs längst etabliert sind – und teilweise auch in March diskutiert werden.
Dazu zählen:
• Baumgräber, bei denen die Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt wird – oft inmitten eines parkähnlichen Friedhofsbereichs.
• Rasengräber, die pflegefrei sind und zentral verwaltet werden.
• Stelenwahlgräber, bei denen mehrere Urnen in einer Stele ruhen – mit gemeinsamer Namensnennung.
• Anonyme Urnengräber, bei denen keine namentliche Kennzeichnung erfolgt.
Solche Formen orientieren sich an geänderten Lebensmodellen: Viele Menschen ziehen im Alter um, wohnen fern von Familienangehörigen oder haben kein Bedürfnis nach einem klassischen Grab mit Blumenschmuck und Grabstein. Zugleich wünschen sich viele dennoch einen würdigen Ort des Gedenkens.
Die Gemeinde March hat in ihrem Friedhofskonzept ebenfalls Weichen gestellt: Neue Bestattungsformen werden auf Nachfrage geprüft, bestehende Strukturen regelmäßig angepasst. Das Friedhofsrecht und die Gebührenordnung werden öffentlich zugänglich gemacht, Bürgerbeteiligung wird bei größeren Umstellungen angestrebt.
Welche Grabform gewählt wird, hängt von vielen Faktoren ab: Weltanschauung, familiäre Situation, Pflegewunsch, Budget oder individuelle Vorlieben. Hinzu kommen Ruhezeiten von in der Regel 15 bis 30 Jahren, die mit der Friedhofsverwaltung abgestimmt werden müssen. Die Kosten variieren je nach Grabart, Lage und Gemeinde – und sollten im Vorfeld klar besprochen werden.
Beratende Stellen wie Bestatter, Pfarrämter oder auch die Friedhofsämter selbst bieten Orientierung.

