Sarah (19) absolviert nach dem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Werkstätte für Menschen mit Behinderung.
Nach dem Abitur direkt ins Studium? Für Sarah kam das zunächst nicht infrage. Die 19-Jährige entschied sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einer Werkstätte für Menschen mit Behinderung beim Caritasverband Freiburg-Stadt. „Ich wollte lieber etwas Soziales machen und gleichzeitig etwas Geld verdienen“, erzählt sie. Da ihre Eltern beide mit Menschen mit Behinderung arbeiten, war ihr das Berufsfeld bereits vertraut. Nach einem Praktikumstag stand ihre Entscheidung fest.
Heute arbeitet Sarah im Berufsbildungsbereich der Werkstätte. Dort unterstützt sie Menschen mit Behinderung sowohl individuell als auch in der Gruppe. Die Aufgaben sind vielfältig. Gemeinsam werden beispielsweise gängige Computerprogramme erlernt, um auf mögliche Tätigkeiten in der Verwaltung vorzubereiten.
Dabei kann Sarah eigene Ideen einbringen und zunehmend selbständig arbeiten. Morgens wird im Team besprochen, welche Aufgaben anstehen. Ihre Vorschläge werden berücksichtigt, gleichzeitig stehen ihr Kollegen zur Seite, wenn sie Unterstützung benötigt.
Der Wechsel von der Schule in den Arbeitsalltag war zunächst eine Umstellung. „Nach einem Arbeitstag in der Werkstätte war ich in den ersten Wochen schon manchmal sehr k.o.“, erinnert sie sich. Gleichzeitig zog Sarah von zu Hause aus und musste lernen, ihren eigenen Haushalt zu organisieren. Inzwischen gehören Arbeit, Kochen, Wäsche und die vielen anderen Aufgaben des Alltags ganz selbstverständlich dazu.
Das FSJ hat ihren Blick auf Menschen mit Behinderung verändert. „Ich bin viel selbständiger geworden und übernehme mehr Verantwortung für mich und andere.“ Gleichzeitig habe sie heute mehr Verständnis für die Schwierigkeiten, mit denen Menschen mit Behinderung konfrontiert werden. ak
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caritas-freiburg.de

