„Es braucht Mut und soziales Denken“

Andrea und Dr. Kambiz Dibah haben als Zahnarzt-Ehepaar ihr soziales Konzept schon vor über 24 Jahren entwickelt. Dr. Dibah findet es besonders wichtig, dass gerade in schwierigen Zeiten der gesellschaftliche Zusammenhalt in Deutschland und Europa gefördert wird.

Foto: Achim Keller

Dr. Kambiz Dibah ist mit sich im Reinen und hat den richtigen Rhythmus gefunden. „Noch wichtiger wäre es, wenn wir insgesamt den gesellschaftlichen Zusammenhang besser fördern würden“, verweist Dr. Dibah auf diesbezügliche Missstände. „Die Leute gehen arbeiten und können gerade mal die Miete bezahlen und werden vielleicht noch satt. Aber teilhaben am gesellschaftlichen Leben – Kino, Theater, Restaurant – können sich sehr viele Leute gar nicht mehr leisten. Das heißt, alles, was eine Gesellschaft auch zusammen hält, Kunst und Kultur, fehlt dann. Und das schafft natürlich Frustration“, so Dr. Dibah. „Uns fehlt als Gesellschaft die Balance.“


Diese hat der Zahnarzt in seiner Praxis gefunden. „Wir arbeiten jetzt schon eine gute Weile zu zweit. Die Frage, was Personalnot betrifft, haben wir jetzt gelöst. Ich bin glücklich, dass es uns nun gelungen ist, uns unabhängig zu machen“, freut sich Dr. Dibah. Schon vor 24 Jahren haben er und seine Ehefrau Andrea Dibah, beide Zahnärzte, in ihrer gemeinsamen Praxis das soziale Konzept ins Leben gerufen, das ihm auch den Namen „Robin Tooth“ eingebracht hat. Das Zahnarzt-Ehepaar Andrea und Kambiz Dibah hatte schon bei der Eröffnung ihrer Praxis das Ziel, die Basisleistungen im Rahmen dessen anbieten zu können, was die Kassen bezahlen. Dieses Ziel verfolgen sie hartnäckig. Tagtäglich merkt der Zahnarzt, dass die Leute oft eine Zuzahlung von 50 Euro nicht mehr stemmen können. Auch deshalb kommen sie zu ihm, zu Robin Tooth. „Wir merken, dass die Leute inzwischen wirklich sehr verunsichert sind. Denn sie merken, dass immer mehr Leistungen von den Kassen einfach gestrichen werden, oft ohne die Patienten überhaupt transparent zu unterrichten. Alle spüren, es wird von oben nach unten gestrichen. Das ist nicht gut“, so Dr. Dibah .


„Je schwieriger die Umstände werden, umso besser müssen wir organisiert sein. Denn für viele Menschen ist ein Implantat so weit weg wie ein Traum. Dafür haben wir unser Konzept entwickelt. Die Leute brauchen uns und wir wollen im Rahmen dessen, was wir als kleines Team leisten können, unseren Beitrag leisten“, führt Dr. Dibah aus. In Bezug auf die von der Bundesregierung avisierte Gesundheitsreform sieht Dr. Dibah dies ganz ähnlich: „Wir müssen halt eine Strukturreform machen. Es geht um Effizienz. Die Digitalisierung kann hier helfen. Letztendlich müssen wir mit weniger Geld mehr Leistung erbringen. Und das geht nur durch Logistik, durch gute Organisation und verbesserte Strukturen“, ist Dr. Dibah überzeugt. Aber genau das wird nicht gemacht: „Man kürzt die Leistung anstatt die Effizienz im System zu erhöhen. Es ist ja viel einfacher, etwas zu streichen als sich zu überlegen, wie kann ich das System verbessern mit weniger Ressourcen. Dafür brauchst du Leute, die sozial denken und nicht Leute, die bei Blackrock gearbeitet haben“, so Dr. Dibah mit einer Anspielung auf Kanzler Friedrich Merz, den er allerdings auch ein bisschen lobt: „Merz hat zumindest als Sauerländer noch eine funktionierende Schnauze.“


Denn das hauptsächliche Problem sei, dass es viele Lobby-Organisationen gibt. „Wir sind ein Verwalterstaat geworden. Das ist das, was alles verteuert. Und ein Verwalterstaat hat jedenfalls nicht die Absicht, sich selbst abzuschaffen.“ Dafür bräuchte es Politiker mit Rückgrat, die bei ihren Reformen nicht vor jeder Lobby einknicken, aus Angst sonst nicht mehr gewählt zu werden. Es brauche Mut und soziales Denken.
Das Ehepaar Andrea und Kambiz Dibah macht auch klar: „Wenn ich ein Luxusambiente schaffen will, mit goldenen Türklinken und Marmorböden, dann kann mein Konzept nicht klappen. Am Ende des Tages zahlt jemand den Luxus – das sind die Patienten.“ Dies genau will er nicht. Er will jenen Patienten ein Angebot machen können, die gerade in der Krise noch knapper dran sind als es ohnehin schon der Fall war. Die hauseigene Kalkulation besagt, dass es in der Regel gelingt, die Kosten für ein Implantat bei ca. 1.499 Euro anzusetzen (Einzelzahnversorgung auf ein Implantat, okklusal verschraubt, aus NEM, CoCrMo-Legierung und vollständig keramisch verblendet). Hiervon wird dann jeweils noch der Zuschuss abgezogen, den die Kassen übernehmen, und der je nach Situation verschieden hoch ausfällt. Oft liegt dann der Eigenanteil für den Patienten deutlich unter 1.000 Euro. Dabei sind die Implantate von bester Qualität. Neben der Firma „Camlog“ hat Dr. Dibah auch die weltweit renommierte Firma „Straumann“ (mit Hauptsitz in Freiburg) sowie „Nobel Biocare“ als Partner gewonnen, deren Implantate bester Güte er verarbeitet. Das ist der Ritterschlag für Robin Tooth!


Schlanke Strukturen, geschickter Einkauf des hochwertigen Materials und eine straffe Organisation sind die Basis seines Konzeptes. „Wir können schon mit Stolz sagen, dass wir unseren Patienten sehr faire Preise anbieten können. Das geht nicht ohne Mehraufwand, es geht nicht von alleine. Aber es geht! Das ist wichtig für diejenigen, die sich sonst die nötige Versorgung nicht leisten könnten.“
Auch die Digitalisierung kann helfen: Es können dadurch Kosten minimiert werden, was wiederum den Patienten zugutekommt. „Man muss die Preise einfach transparent weitergeben. Die Digitalisierung ermöglicht die individuelle Herstellung zu einem bezahlbaren Preis“, hofft Dr. Dibah. Er sieht die Zukunft in 3D-Druckern, die festsitzende Prothesen herstellen können. „Wenn man sich beispielsweise heute die Arbeiten der Fräszentren anschaut, ist das unglaublich, was da an Qualität, an Präzision und an Individualisierung möglich ist“, erklärt Dr. Kambiz Dibah. „Das führt dann zu einer äußerst effektiven Zusammenarbeit im digitalen Workflow mit weiterhin der handwerklichen Kunst in den Zahnlabors.“


Dr. Dibah mahnt Fairness an. „Jahrzehntelang hat die deutsche Wirtschaft geboomt und dabei große Gewinne gemacht. Diese Gewinne hatten aber auch mit dem Niedriglohnsektor zu tun, in dem viele Leute arbeiten. Und dann hat man vergessen, von den Gewinnen auch an diejenigen etwas auszuzahlen, die diese Gewinne mit ihrer Arbeit ermöglicht haben.“ Dr. Kambiz Dibah erinnert an das deutsche Wirtschaftswunder, das er im damaligen VW-Käfer symbolisiert sieht. „Das war das Sinnbild der sozialen Marktwirtschaft. Die Idee war doch, dass möglichst alle Menschen im Land sich den Käfer leisten können. Es ging also darum, die Leute mitzunehmen und zu zeigen, dass harte Arbeit sich lohnen kann“, so Dr. Dibah. Dies sei heute aber anders. „Zu viel Bürokratie, zu viel Verwaltung und zu viel Bequemlichkeit. Davon müssen wir dringend weg.“


Angesichts der Weltlage 2026 ist Dr. Dibah selbstbewusst und sieht darin auch den Weg, den Europa gehen sollte. „Wir, das alte Europa, zum dem ich mich nach 45 Jahren als Deutscher auch zählen darf, haben viel drauf. Wir sind 500 Millionen Menschen in einem Bund, mit weitgehend demokratischen Verhältnissen. Wir sind also ein riesiger Markt. Ich sehe das als Riesenchance“, so Dr. Dibah.
Amerikanische Verhältnisse, im Bereich der Gesundheit und der Zahnmedizin seien ohnehin nicht zu empfehlen. „Was sehen wir denn dort? Alte Männer ohne Zähne fahren im V8 durch die Gegend und beginnen dann, um sich zu schießen“, formuliert es Dr. Dibah bewusst zugespitzt. In Deutschland sei es so: „Wenn wir den Leuten von vornherein bessere Gehälter zahlen, gibt es weniger gesellschaftlichen Stress. Wenn wir aber die Einkünfte nach unten verknappen, werden die Leute sofort in die Armutsfalle gedrückt. Und das birgt politischen Zündstoff. Das stärkt die Populisten. Die Leute wollen einfache Lösungen für komplexe Probleme. Doch diese Probleme wären eigentlich gar nicht so komplex, wenn wir als Gesellschaft nicht so asozial wären. Das Hauptproblem ist das Wohnen. Wir brauchen schnell günstigen Wohnraum. Das geht nicht, wenn du 20.000 Verordnungen überwinden musst“, führt Dr. Dibah aus. Seine Empfehlung: „Wir müssen diejenigen bezahlen, die auch wirklich die Arbeit machen.“

Zahnärzte Andrea Dibah und Kambiz Dibah
Telefon 0761-35594
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www.robin-tooth.de