Der Wohnungsmarkt in Freiburg im Breisgau bleibt eines der drängendsten Themen der Stadtentwicklung. Seit Jahren übersteigt die Nachfrage nach Wohnraum das verfügbare Angebot deutlich. Besonders im Mietsegment ist die Lage angespannt: Freie Wohnungen sind rar, Besichtigungstermine stark nachgefragt, und die Preise ziehen weiter an. Für viele Haushalte mit mittlerem oder geringerem Einkommen wird es zunehmend schwierig, innerhalb des Stadtgebiets eine passende und bezahlbare Wohnung zu finden.
Vor allem zentrale Lagen und beliebte Stadtteile stehen unter Druck. Doch auch in den Randbezirken ist kaum Entlastung spürbar. Die Mieten steigen dort zwar etwas moderater, liegen aber weiterhin auf hohem Niveau. Studierende, Berufseinsteiger, Familien und ältere Menschen konkurrieren um denselben knappen Wohnraum. Besonders betroffen sind kleinere Haushalte, da Ein- und Zweizimmerwohnungen stark nachgefragt sind.
Beim Kauf von Immobilien zeigt sich ein differenzierteres Bild. Nach den starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre ist eine Phase der Beruhigung eingetreten. In einzelnen Segmenten stagnieren die Preise, vereinzelt sind leichte Rückgänge zu beobachten. Dennoch bleibt Freiburg ein stabiler Markt. Eigentumswohnungen und Häuser in guten Lagen gelten weiterhin als wertbeständig, nicht zuletzt aufgrund der begrenzten Flächenverfügbarkeit und der konstant hohen Nachfrage.
Ein zentraler Treiber der Entwicklung ist der anhaltende Zuzug. Freiburg gilt als attraktiver Wohn- und Arbeitsort mit hoher Lebensqualität, einem vielfältigen Bildungsangebot und einem vergleichsweise starken Arbeitsmarkt. Die Universität, Forschungseinrichtungen, Kliniken sowie zahlreiche Unternehmen ziehen Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet an. Gleichzeitig wächst die Stadt flächenmäßig nur begrenzt, was den Druck auf den Wohnungsmarkt zusätzlich verstärkt.
Der Neubau kann mit diesem Bedarf bislang nicht Schritt halten. Hohe Baukosten, steigende Materialpreise, Fachkräftemangel und umfangreiche regulatorische Anforderungen bremsen viele Projekte aus. Hinzu kommen langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren. Zwar entstehen neue Wohnquartiere, doch reichen diese nicht aus, um die Nachfrage spürbar zu dämpfen.
Auch die veränderten Rahmenbedingungen bei der Finanzierung beeinflussen den Markt. Gestiegene Zinsen haben dazu geführt, dass sich viele Kaufinteressenten zurückhalten oder ihre Pläne verschieben. Stattdessen rücken kleinere Objekte, Bestandsimmobilien und energetisch gut aufgestellte Wohnungen stärker in den Fokus. Energieeffizienz und langfristige Nebenkosten spielen bei Kaufentscheidungen eine immer größere Rolle.
Fachleute gehen davon aus, dass sich die Lage kurzfristig kaum entspannen wird. Solange der Wohnungsbau nicht deutlich beschleunigt wird, bleibt der Druck auf dem Markt hoch. Für die Stadtpolitik bedeutet das eine dauerhafte Herausforderung: Es gilt, neuen Wohnraum zu schaffen, dabei soziale Aspekte zu berücksichtigen und gleichzeitig städtebauliche Qualität, Umweltbelange und Infrastruktur im Blick zu behalten.
Der Freiburger Wohnungsmarkt steht damit exemplarisch für viele wachsende Städte in Deutschland. Bezahlbarer Wohnraum bleibt ein knappes Gut – und eine der zentralen Aufgaben für die kommenden Jahre.

